Zusätzliche Hände an der Packstation: So arbeitest du jemanden in einer Stunde ein

20 August 2026

Zusätzliche Hände an der Packstation: So arbeitest du jemanden in einer Stunde ein

Im Oktober verändert sich der Rhythmus deines Arbeitstags. Während du im Sommer zwanzig Pakete pro Tag verschickt hast, sind es in den Wochen rund um die Herbstaktionen schnell sechzig. Dann holst du dir Unterstützung: ein Familienmitglied, einen Schüler oder eine Aushilfskraft. Und dann zeigt sich, dass das Wissen in deinem Kopf steckt und sonst nirgendwo. Welche Schachtel zu welcher Bestellung gehört, wie viel Klebeband gebraucht wird, was zu tun ist, wenn etwas kaputt ist – du erklärst es dreimal und packst am Ende doch wieder selbst.

Das geht auch anders. Mit einem halben Tag Vorbereitung kannst du jemanden innerhalb einer Stunde einarbeiten, sodass die Person danach selbstständig weiterpackt. Im Folgenden erfährst du, wie du vorgehst – mit einer Arbeitsanweisung, die auf ein einziges DIN-A4-Blatt passt.

Richte den Arbeitsplatz ein, bevor du jemanden einarbeitest

Wer neu beim Verpacken ist, ist vor allem mit Suchen beschäftigt. Jede Sekunde, die du dafür einsparst, macht sich sechzigmal am Tag bemerkbar. Richte den Arbeitsplatz deshalb in der Reihenfolge der Arbeitsschritte ein: Bestellung und Artikel links, Kartons und Füllmaterial in der Mitte, Klebeband und Etiketten rechts, den Abfalleimer darunter.

Gib jedem Artikel einen festen Platz und beschrifte diesen. Staple Kartons nach Größe sortiert, nicht durcheinander. Lege Verbrauchsmaterial doppelt bereit: eins in Gebrauch, eins als Reserve in Griffnähe. Eine leere Klebebandrolle sorgt sonst schnell für drei Minuten Sucherei.

Wenn du mit festen Kartongrößen arbeitest, hilft es, für jede Größe ein Musterpaket bereitzulegen: Dieses Produkt kommt in diesen Karton. Das ist schneller erklärt als jedes Schema.

Die Arbeitsanweisung auf einem DIN-A4-Blatt

Schreibe die Schritte in der Reihenfolge auf, in der sie ausgeführt werden, und hänge das Blatt auf Augenhöhe am Arbeitsplatz auf. Zum Beispiel so:

  1. Nimm den Lieferschein und lege die Artikel daneben. Zähle sie und hake sie ab.
  2. Prüfe jeden Artikel kurz auf Beschädigungen. Zweifel? Lege ihn beiseite und verpacke ihn nicht.
  3. Wähle den Karton: Der Artikel muss hineinpassen, mit Platz für Füllmaterial an allen Seiten.
  4. Lege Füllmaterial auf den Boden, dann den Artikel hinein und anschließend Füllmaterial an die Seiten.
  5. Schüttle den Karton vorsichtig. Hörst oder spürst du, dass sich etwas bewegt, muss mehr Füllmaterial hinein.
  6. Verschließe den Karton mit der H-Methode: erst einen Streifen über die mittlere Naht, dann über beide kurzen Nähte.
  7. Klebe das Etikett auf die größte Fläche, nicht über eine Naht oder Kante.
  8. Stelle die Bestellung auf den Stapel „fertig“ und lege den Lieferschein in die Ablage.

Acht Schritte reichen. Werden es zwölf, liest sie niemand mehr.

Vier Fehler, die fast alle neuen Packer machen

  • Ein zu großer Karton. Platz bedeutet Bewegung und Bewegung bedeutet Schäden. Ein zu großer Karton erfordert außerdem mehr Füllmaterial und führt manchmal zu höheren Versandkosten.
  • Zu wenig Klebeband. Ein Streifen über der mittleren Naht hält nicht, wenn der Karton unten in einem Rollcontainer landet. Deshalb die H-Methode aus Schritt 6.
  • Das Etikett über einer Naht. Beim Öffnen des Kartons reißt der Barcode und bei einer Rücksendung ist das ärgerlich.
  • Füllmaterial nur obenauf. Wer es eilig hat, stopft oben noch etwas hinein. Dabei sind die Unterseite und die Seiten gerade die Stellen, an denen Stöße abgefangen werden müssen.

Geh diese vier Punkte in der ersten Stunde zweimal durch. Danach korrigiert sich die Person selbst.

Wie viel wird für 100 Pakete benötigt?

Für deine Bestellung ist es hilfreich, den Verbrauch pro hundert Pakete statt pro Woche zu schätzen. Bei einem durchschnittlichen Karton kannst du mit etwa 1 bis 1,5 Metern Klebeband pro Paket rechnen. Eine Rolle KINZO Verpackungsklebeband, 50 Meter x 48 mm (€ 3,00) reicht dann ungefähr für 35 bis 50 Pakete.

Artikel Ungefähre Menge pro 100 Pakete
Klebeband (Rollen à 50 m) 2 bis 3 Rollen
Luftpolsterfolie 30 bis 60 Meter, je nach Produkt
Klingen 1 bis 2 pro Woche bei täglichem Gebrauch
Kartons 100 plus 5 Prozent Reserve für Fehler

Wenn mehrere Personen gleichzeitig verpacken, kaufe für jeden Arbeitsplatz ein statt für jede Person. Ein Set mit 6 Klebebandrollen, 48 x 66 mm (€ 21,00) reicht für eine kurze Hochphase; wer die ganze Herbstsaison durchgehend arbeitet, fährt mit dem Karton mit 36 Rollen (€ 108,00) günstiger. Als Füllmaterial kannst du zum Beispiel eine Rolle Luftpolsterfolie, 500 mm x 500 m (€ 12,95) oder für kleinere Mengen Noppenfolie, 50 x 500 cm (€ 5,00) verwenden.

Gib jeder Person eigenes Werkzeug

Zwei Personen, die sich einen Klebebandabroller teilen, warten den halben Tag aufeinander. Plane einen Abroller und ein Messer pro Person ein. Ein Kinzo Klebebandabroller mit 2 Rollen (€ 9,95) ist ein günstiger zweiter Arbeitsplatz, und ein Set mit 8 Cuttermessern (€ 4,95) reicht für die ganze Saison. Einzelne Ersatzklingen, 3 Stück (€ 1,95) sollten in der Schublade liegen.

Vereinbare zwei Regeln für Messer: Die Klinge wird nach jedem Schnitt wieder ins Gehäuse geschoben und du schneidest vom Körper weg. Eine stumpfe Klinge verursacht mehr Unfälle als eine scharfe. Ersetze sie deshalb, sobald jemand Kraft aufwenden muss.

Kartons: auswählen lassen statt suchen

Je weniger Größen, desto schneller geht es. Drei bis vier Größen decken bei den meisten Onlineshops den Großteil der Bestellungen ab. Flache und kleine Artikel kommen in einen Maxibriefkarton: recycelter Karton, 180 x 115 x 28 mm (A6), Bündel mit 100 Stück (€ 17,95) oder 255 x 160 x 28 mm (A5+), Bündel mit 100 Stück (€ 24,00). Für alles, was mehr Volumen hat, eignet sich ein Versandkarton aus Pappe, 15 x 15 x 15 cm (€ 1,99) als praktische mittlere Größe. Prüfe bei Sendungen als Maxibrief immer selbst die maximale Höhe, die dein Versanddienstleister zulässt.

Kontrolle am Ende des Tages

Nimm in der ersten Woche täglich fünf Pakete stichprobenartig unter die Lupe: Öffne sie, prüfe, ob das Füllmaterial richtig sitzt und ob das Etikett gut angebracht ist. Das dauert zehn Minuten und verhindert, dass sich ein Fehler hundertmal wiederholt.

Wenn du wertvolle Artikel verschickst, ist ein Sicherheitssiegel mit VOID-Aufkleber, 60 Stück (€ 9,95) eine günstige zusätzliche Maßnahme: So siehst du im Nachhinein, ob ein Karton unterwegs geöffnet wurde. Nimm das Anbringen als festen Schritt in die Anleitung auf, sonst wird es nur an ruhigen Tagen gemacht.

So legst du diese Woche los

  1. Räume den Arbeitsplatz auf und gib jedem Artikel einen festen, beschrifteten Platz.
  2. Schreibe die acht Schritte auf ein DIN-A4-Blatt und hänge es auf Augenhöhe auf.
  3. Lege für jede Kartongröße ein Musterpaket bereit.
  4. Bestelle Verbrauchsmaterial für die gesamte Hochphase, nicht nur für die kommende Woche.
  5. Verpacke am ersten Tag gemeinsam zehn Pakete und schaue danach nur noch zu.

Alles, was du dafür brauchst, findest du unter Klebeband, Schutz- & Füllmaterial, Scheren & Messer, Maxibrief-Verpackungen und Vorteilspackungen für Onlineshops. Möchtest du wissen, was du für eine geschätzte Anzahl an Paketen im Oktober und November benötigst? Schick deine Mengen und Kartongrößen an info@verpakkingdeals.nl, dann berechnen wir dir eine Bestellliste.